Kooperationsplattformen 2022 | koala: Die Kooperationsplattform für Ausgründungpotenziale in der nachhaltigen Chemie

Die Teilnehmenden des koala Open House Netzwerktreffens 2025 stehen für ein Gruppenfoto zusammen und winken in die Kamera.
Das koala Open House Jahresevent 2025 bringt Gründungsteams mit Forschenden und der chemischen Industrie in Aachen zusammen.
© Manor Lux

Was braucht es, damit vielversprechende Ideen aus der Forschung ihren Weg in die Praxis finden?

In der nachhaltigen Chemie (engl.Green Chemistry) entstehen regelmäßig neue Ansätze für effiziente Recyclingverfahren, neuartige Materialien oder Innovationen in der Wasserstoffproduktion sowie Batterieentwicklung. Doch viele solcher Ideen erreichen nie den Markt, weil Gründen von diversen Hürden eingeschränkt wird. Ausgründungen durch Studierende und Promovierende sind in diesem Fachbereich deutschlandweit stark unterrepräsentiert. Genau hier setzt die Kooperationsplattform koala an und bietet Forschenden die Hilfe, die bislang fehlte, um exzellente Wissenschaft nutzbar zu machen. So sollen nachhaltige Technologien nicht an Problemen bei der Ausgründung scheitern. Mit der Unterstützung von Teams in der Vorgründungsphase regt koala die Transformation der chemischen Industrie hin zu mehr Nachhaltigkeit an, da Startups als Motoren für den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die wirtschaftliche Anwendung hier besonders viel bewirken können.

Durch welche Aktivitäten unterstützt koala bei der Ausgründung aus der Wissenschaft?

Als Teil der Unterstützung bietet koala Workshops für Gründungsinteressierte, unter anderem zu persönlicher Weiterentwicklung, Kommunikation, Ideenfindung und der Startup-Gründung allgemein. Hierbei arbeiten wir eng mit dem Weiterbildungsprogramm „Young Entrepreneurs in Science“ zusammen. Zwei unserer Teammitglieder haben sich hierfür zu Trainerinnen und Trainern ausbilden lassen. Zudem binden wir gerne bereits fortgeschrittenere Startups als Vorbilder ein. Das hilft Interessierten dabei, von den Erfahrungen anderer zu lernen und schafft Motivation für den weiteren Weg.

Seit 2024 veranstalten wir gemeinsam mit chemstars jährlich die „From Lab to Market Challenge“, einen Ideenwettbewerb für Teams und Einzelpersonen mit Gründungsideen aus der Chemie. Die Teilnehmenden profitieren vom Austausch mit Gleichgesinnten sowie von fachlicher Expertise und Mentoring und können das Gelernte direkt für ihren Pitch vor Industrie- und Fachpublikum nutzen. Im Frühling und Sommer 2026 hat die „From Lab to Market Challenge“ zum ersten Mal nicht nur in Nordrhein-Westfalen (NRW), sondern mit weiteren Kooperationspartnern und über 40 Teams sogar deutschlandweit stattgefunden.

Auch auf weiteren Veranstaltungen, wie der Circular Valley Convention in Düsseldorf oder der FSC2 Konferenz in Aachen, erreicht koala neue Zielgruppen. Durch unser letztes Netzwerkevent „kosmos“ in Köln konnten wir viele spannende Geschichten unserer Startups, sowie einiger Partnerinnen und Partnern für die Teilnehmenden erlebbar machen.

Das von koala angebotene Coaching ist individuell und geht auf Fragen der Teams ein, etwa zu Ansiedlungsoptionen, Fördermitteln, dem Geschäftskonzept oder der Entwicklung eines überzeugenden Pitches einschließlich des Alleinstellungsmerkmals (engl. unique selling point, USP). Um die Teams auch bei Fragen zu Nachhaltigkeitskonzepten zu unterstützen, bilden sich drei der koala-Teammitglieder zum Climate Innovation Coach fort.

koala wirkte 2026 erneut an der „From Lab to Market Challenge“ mit.
© Lisa Gianforte, koala/RWTH Aachen

Initiativen wie koala machen für junge Startups einen echten Unterschied, besonders für Teams wie uns, die aus […] der Max-Planck-Gesellschaft hervorgehen, wo der Fokus eher auf Grundlagenforschung als auf Kommerzialisierung liegt. koala öffnete uns ihr Netzwerk und brachte uns mit den richtigen Kontakten zusammen. Gemeinsam mit weiteren Partnern spielte koalas Unterstützung bei der Ausarbeitung unseres EXIST-Forschungstransfer-Antrags eine entscheidende Rolle bei der Sicherung der Förderung.

Jacob Johny für HYNOVY, ein von koala unterstütztes Gründungsteam

Wie wichtig ist dabei die NRW- und deutschlandweite Vernetzung von Gründungsteams?

Das umfassende koala-Startup-Netzwerk ist einer der wichtigsten Faktoren für den Transfer von Forschungserkenntnissen in Geschäftsideen. Der Kern unseres diversen Netzwerks sind interessierte Teams, die Coaching und Anknüpfungspunkte in der Startup-Welt suchen, aber auch bereits etablierte Startups mit Vorbildfunktion. Ein weiterer, besonders wertvoller Bestandteil sind diverse regional und überregional kooperierende Startup-Unterstützungsinitiativen wie chemstars, Gateway Factory, greenCHEM, Forum Rathenau und TUM Venture Labs. Sie ergänzen koalas Angebot und helfen Startups bei der Vernetzung sowie bei der Weiterentwicklung auch über die Gründung hinaus. Kontakte zu Partnerorganisationen sowie zu Verbänden aus der Industrie und der akademischen Forschung, wie dem VCI oder CLIB, runden unser Netzwerk ab. Durch dieses breit aufgestellte Unterstützungssystem ergeben sich für unsere Teams vielfältige Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.

Das Netzwerktreffen kosmos bot Raum für Austausch, Vernetzung und Fachvorträge.
© Lisa Gianforte, koala/RWTH Aachen

Wo können Gründungsteams ihre Technologie und ihr Geschäftsmodel zur Marktreife bringen?

Innovative Ideen in der Chemie brauchen nicht nur Beratung, sondern auch Platz zum Ausprobieren. Genau dafür bietet der QuinCAT (Quick Innovation in Catalysis) Inkubator Gründungsteams mehr als 360 m² Labor- und Bürofläche an der RWTH Aachen University. Gründungsteams aus aller Welt können sich auf kostenlose Nutzung der Räumlichkeiten bewerben.

Die ersten drei Gründungsteam, die durch die Nutzung des QuinCAT-Inkubator profitiert haben, sind Power2Polymers, SECARA und CELLOREON. Sie nutzen die moderne Ausstattung, um ihre Konzepte zur Marktreife zu bringen und um die technische Machbarkeit der Prozesse auszuloten. Dabei steht den Teams Beratung durch koala zur Verfügung, beispielsweise zu Themen wie Analytik und Sicherheit. Zur Unterstützung von Gründungsteams, deren Fokus nicht zu QuinCAT passt, pflegen wir Kontakte zu weiteren Inkubatoren in NRW und darüber hinaus.

QuinCAT ist für uns der ideale Startplatz: Hier finden wir genau die Infrastruktur, die ein junges Deep-Tech-Startup wie SECARA in der frühen Phase braucht. Solche Flächen sind entscheidend, um aus der Spitzenforschung an der RWTH tragfähige, skalierbare Industriekonzepte zu machen. Dass wir mit Björn Johnen als Techniker im koala-Verbund zudem einen wertvollen Experten bei analytischen Fragestellungen und sicherheitstechnischen Betrachtungen an unserer Seite haben, hilft uns dabei ungemein.

Marcus Lehnertz für SECARA, ein aktives QuinCAT Gründungsteam

QuinCAT Incubator: Zugang zu Laborflächen und Analysegeräten für Gründungsteams

Zwei Personen stehen in einem Labor und unterhalten sich.
Der QuinCAT Incubator bietet Gründungsteams kostenfreien Zugang zu Laborflächen und Analysegeräten, um ihre Prozesse weiterzuentwickeln.
© Manor Lux
Eine Person schüttet Kunststoffabfälle aus einem Becherglas in ein Metallgerät.
Der QuinCAT Incubator bietet Gründungsteams kostenfreien Zugang zu Laborflächen und Analysegeräten, um ihre Prozesse weiterzuentwickeln.
© Manor Lux
Zwei Personen begutachten ein kleines Fläschchen mit Flüssigkeit vor einem Analysegerät.
Der QuinCAT Incubator bietet Gründungsteams kostenfreien Zugang zu Laborflächen und Analysegeräten, um ihre Prozesse weiterzuentwickeln.
© Manor Lux
Zwei Personen arbeiten an Glasgeräten in einem Laborabzug.
Der QuinCAT Incubator bietet Gründungsteams kostenfreien Zugang zu Laborflächen und Analysegeräten, um ihre Prozesse weiterzuentwickeln.
© Manor Lux
Eine Person steht an einer Laborbank und montiert ein Metallgerät.
Der QuinCAT Incubator bietet Gründungsteams kostenfreien Zugang zu Laborflächen und Analysegeräten, um ihre Prozesse weiterzuentwickeln.
© Manor Lux

Wie geht es weiter mit koala in 2027?

Da besonders das etablierte Netzwerk und die konkreten Erfahrungswerte bei der Unterstützung von Gründungsteams weiter Bestand haben sollen, plant koala eine Fortsetzung der Kooperationsplattform über entsprechende Fördermaßnahmen. So können Dank innovationstreibender Teams in der nachhaltigen Chemie sowohl Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen geschaffen als auch die Resilienz des Standorts gestärkt werden. Wer wissen möchte, wie es mit koala weitergeht oder welche Veranstaltungen anstehen, findet aktuelle Informationen auf unserer Website sowie auf Instagram und LinkedIn!

Kontakt zum Projekt

Für Fragen zu koala: info@koala.nrw
Für Fragen zum QuinCAT-Inkubator: quincat@koala.nrw

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