Kooperationsplattformen 2022 | transform.NRW: Gemeinsam Zukunft gestalten – Die Kooperationsplattform für sozial-ökologische Transformationen

Drei Personen stehen vor einer beschrifteten und bebilderten Glaswand.
transform.NRW-Plattform: Good-Practice-Beispiele für sozial-ökologische Nachhaltigkeit
© dform für transform.NRW

Mit transform.NRW bündeln das Wuppertal Institut und die Fakultät für Design und Kunst der Bergischen Universität Wuppertal Wissen, Methoden und Good-Practice-Beispiele für sozial-ökologische Nachhaltigkeit. Die Kooperationsplattform vernetzt Künstler*innen, Designer*innen und Wissenschaftler*innen mit Akteur*innen aus Wirtschaft, Politik und Kommunen zur Förderung transdisziplinärer Kooperationen, um gemeinsam gesellschaftlichen Wandel aktiv zu gestalten. Ziel ist es, transformative Potenziale sichtbar zu machen und mit Hilfe neuer Methoden den Transfer von sozial und ökologisch nachhaltigen Ansätzen in die Gesellschaft zu stärken.

Ein Kernstück ist die interaktiv nutzbare und kollektiv kuratierte Sammlung von Good Practices, die exemplarisch zeigt, wie nachhaltige Transformationen bereits praktisch umgesetzt werden – von künstlerischen Installationen über praktische Produkte bis hin zu digitalen Services und kulturellen Formaten.

Ein zentrales Merkmal von transform.NRW ist die enge Zusammenarbeit mit derzeit 16 Kooperationspartner*innen aus Kunst, Kultur, Design, Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen. Gemeinsam entwickeln sie Inhalte der Plattform, gestalten Formate und setzen Veranstaltungen um. transform.NRW ist dabei kein Einzelprojekt, sondern eine lebendige Plattform, die Kompetenzen bündelt und neue Allianzen ermöglicht.

Die Arbeit über Disziplinen hinweg bringt erkenntnisfördernde Herausforderungen mit sich: Unterschiedliche Fachsprachen, Methoden und Perspektiven treffen aufeinander. transform.NRW versteht diese Vielfalt als produktiven Lernraum für eine gemeinsame Sustainable Design Literacy – ein Kompetenzbündel mit dem alle an Konsum- und Gestaltungsprozessen beteiligten Akteur*innen befähigt werden, Zusammenhänge zu verstehen und einzuordnen sowie darauf aufbauend selbstständig oder gemeinsam handlungsorientierte Entscheidungen zu treffen und diese auch umzusetzen. Ziel ist es, Grenzen zu überwinden, gegenseitiges Verständnis zu stärken und nachhaltige Kooperationen hervorzubringen, aus denen neue Lösungsansätze entstehen.

Eine Personengruppe steht auf einem Balkon.
transform.NRW-Kooperationspartner*innen und Projektteam mit den Projektleiterinnen Prof. Dr. Martina Fineder, Prof. Dr. Christa Liedtke, Dr. Carolin Baedeker und Prof. Erica von Moeller beim Verbundtreffen im Herbst 2024
© transform.NRW

transform.NRW – Bedeutung von Kunst, Kultur und Design

Nachhaltige Transformation ist keine rein technische oder ökonomische Frage, sondern vor allem eine kulturelle: In Zeiten multipler Krisen droht Nachhaltigkeit aus dem Blick zu geraten. Kunst, Kultur und Design können sie zurück in den Fokus holen, sorgen für kritische Reflexion und schaffen Wirkung: Sie machen nicht nur komplexe Zusammenhänge sinnlich erlebbar, nachvollziehbar und emotional anschlussfähig, sondern öffnen eigenständig neue Handlungsräume, zeigen Alternativen und entwickeln Zukunftsbilder – sei es durch visionäre Szenarien, Irritationen bestehender Routinen oder konkrete, alltagstaugliche Lösungen.

Entscheidend für transform.NRW ist das Zusammenspiel von künstlerisch-gestalterischer Praxis und wissenschaftlicher Analyse. transform.NRW untersucht, wie Nachhaltigkeitsforschung, Kunst, Kultur und Design sich gegenseitig beflügeln können, indem sie zwischen analytischen und intuitiv-ästhetischen Zugängen wechseln, um sich Problemen zu nähern. Ziel ist es, Nachhaltigkeit nicht nur zu verstehen, sondern gemeinsam erlebbar und umsetzbar zu machen.

transform.NRW-Kooperationspartner*innen zur Bedeutung von Kunst, Kultur und Design für die sozial-ökologische Transformation.
© transform.NRW, Erica von Moeller

transform.NRW – Lernen von guten Beispielen

Ein wesentlicher Baustein ist eine kollektiv kuratierte Sammlung von bis zu 100 Good-Practice-Beispielen. Sie zeigen, wie Transformation in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus bereits praktisch umgesetzt wird – in Filmen und Performances, Kunstwerken, Produkten, Dienstleistungen oder neuen Geschäfts- und Wertschöpfungsmodellen. Die Good Practices liefern keine singulären Patentrezepte. Vielmehr machen sie unterschiedliche Ansätze und Entwicklungsschritte sichtbar, die in ihrer Gesamtheit gesellschaftliche Veränderung ermöglichen können. Sie dienen als Impulse, Lernbeispiele und Anknüpfungspunkte für weitere Akteur*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunen, Politik und Zivilgesellschaft.

Alle Good Practices sind auf einer interaktiven Landkarte verortet. So wird sichtbar, wo Aktivitäten stattfinden, wer beteiligt ist und welche Kooperationen möglich sind. transform.NRW fungiert damit als Orientierungs-, Vernetzungs- und Transferinstrument.
Die Good-Practice-Projekte werden mit der im Rahmen des Projekts entwickelten Methode Map/ing Sustainability kuratiert und in interdisziplinären Teams gemeinsam mit Kooperationspartner*innen und Interessierten analysiert.

Beispiele aus der Good-Practice-Sammlung von transform.NRW.
© transform.NRW, Erica von Moeller

transform.NRW – Map/ing Sustainability

Die Methode Map/ing Sustainability macht Transformationspotenziale von Kunst-, Kultur- und Designprojekten sichtbar, vergleichbar und diskutierbar. In der Verhandlung vielfältiger Perspektiven entsteht ein differenziertes und belastbares Verständnis der betrachteten Projekte sowie ihrer potenziellen Wirkungen.
Zentrales Prinzip der Methode: Ein Projekt im Zentrum, umgeben von konzentrischen Wirkungsringen von Activities über Outputs und Outcomes bis zu Impacts. Die Struktur macht Abhängigkeiten, Rückkopplungen und mögliche Veränderungspfade transparent. Die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen fungieren dabei als übergeordnetes Orientierungssystem und als verbindende Referenz zwischen unterschiedlichen Disziplinen. In Anlehnung an eine Heuristik des International Resource Panel (IRP) werden die 17 SDGs in drei Ebenen unterteilt: natürliche Ressourcen, Versorgungssysteme und Gutes Leben (UNEP, 2024, Global Resources Outlook). So richtet transform.NRW den Blick auf Wechselwirkungen zwischen individuellem und kollektivem Wirken und Handeln, wirtschaftlich-technischen Systemen und der Nutzung natürlicher Ressourcen.

Die Methode unterstützt die Entwicklung einer transdisziplinären Literacy für Nachhaltigkeitstransformationen und verknüpft theoretische Einsichten mit praktischen Anwendungen – von kritischer Selbstreflexion in Lehre und Praxis über Forschung bis zur politischen Beratung.

Map/ing Sustainability am Beispiel von Good Practice „2052 – Nachrichten aus der Zukunft“
© transform.NRW

transform.NRW – Symposium

Am 13. und 14. November 2025 versammelten sich rund 400 Expert*innen aus Kunst, Kultur, Design, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in der Bundeskunsthalle in Bonn. Ziel des Symposiums war es, die Rolle von Kunst, Kultur und Design als Hebel für nachhaltige Transformationen zu diskutieren und Sustainable Design Literacy als Grundlage für zukunftsfähige Strategien zu stärken.

Die Inhalte fokussierten drei Transformationsfelder: kulturelle Leitbilder und gesellschaftliche Haltungen, resilientere Wirtschafts- und Institutionslogiken sowie ein neues Mensch-Natur-Verhältnis. Im Rahmen von Impulsvorträgen, Salons, künstlerischen Interventionen sowie praxisnahen Labs und Panels strukturierte ein Dreiklang zentraler Leitfragen den Diskurs: Wie ist es? Wie soll es sein? Was wollen wir wagen? Hieraus gewonnene Erkenntnisse weisen auf die Notwendigkeit veränderter Innovationspfade hin, fördern die Entwicklung neuartiger Kooperationsformate und unterstreichen die Relevanz transdisziplinärer Ansätze für nachhaltige fachübergreifende Zusammenarbeit. In der Gesamtschau verdeutlichte das Symposium, welche enormen Potenziale die systematische Verzahnung von Gestaltung, Wissenschaft und Öffentlichkeit birgt.

In Kooperation mit creative.nrw präsentierten neun Projekte ihre Konzepte für eine sozial gerechte und ökologisch verantwortliche Zukunft, zwei davon wurden vom Publikum ausgezeichnet. Zudem erfolgte der Pre-Launch der digitalen Plattform transform.NRW, die ab Herbst 2026 online zur Verfügung steht und neue Vernetzungen und weiteren Wissenstransfer für künftige Projektentwicklungen und Partnerschaften ermöglichen wird.

Ein Mann blickt auf eine digitale Anzeige.
Die transform.NRW-Plattform setzt gute Beispiele aus Kunst, Kultur und Design mit den Nachhaltigkeitszielen in Verbindung und verortet sie auf einer interaktiven Karte. Release: Herbst 2026 unter www.transform.nrw
© Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn
© Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn
© Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Drei Frauen stehen auf einer Bühne. Ein hält ein Mikrofon in der Hand und spricht etwas zum Publikum.
Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn © Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn
© Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Mehrere Frauen sitzen auf dem Boden eines großen Raumes und arbeiten an einer Kunstinstallation. Eine Frau ist im Vordergrund zu sehen.
Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn © Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn
© Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Mehrere Menschen stehen auf einer Bühne und jubeln. Sie werfen Karten und Bänder in die Höhe.
Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn © Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn
© Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

: Mehrere Menschen sitzen an Gruppentischen in einem Raum zusammen. Einige Menschen stehen dahinter. Auf den Tischen sind Papier und Stifte zu sehen.
Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn © Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn
© Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Mehrere Menschen sitzen in einem Raum im Stuhlkreis zusammen und unterhalten sich.
Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn © Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn
© Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Zwei Frauen und ein Mann stehen in einem Raum und unterhalten sich. Im Hintergrund sind weitere Personen zu sehen.
Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn © Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn
© Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Ein Mann sitzt in einem leeren Saal voller roter Stühle und liest eine Zeitung.
Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn © Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

Einblicke in das transform.NRW-Symposium am 13. und 14. November 2025 in der Bundeskunsthalle in Bonn
© Wuppertal Institut 2025 / Fotograf: Philipp Czampiel

transform.NRW – Transfer und Verstetigung

Die Erkenntnisse des Projektes transform.NRW bilden die Basis für weiterführende Förderentscheidungen, strategische Partnerschaften und politische Weichenstellungen. transform.NRW plant eine Erweiterung weit über Nordrhein-Westfalen hinaus, um Ansätze zu testen, zu validieren und zu skalieren – etwa durch weitere Pilotregionen, neue Stakeholder und Folgeprojekte als Transfer in nationale oder internationale Kooperationen.

Kontakt zum Projekt

transform.NRW ist ein Verbundprojekt des Wuppertal Instituts (WI) und der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) unter der Leitung von Prof. Dr. Christa Liedtke (WI), Dr. Carolin Baedeker (WI), Prof. Dr. Martina Fineder (BUW), Prof. Erica von Moeller (BUW).

Sie erreichen unser Team per E-Mail unter hallo@transform.nrw