Kooperationsplattformen 2022 | MAT4HY.NRW: Gemeinsam Materialien für die Wasserstofftechnologien der Zukunft entwickeln

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler des Zentrums für Brennstoffzellentechnik schließen einen Wasserelektrolyseur im Labor vor Start des Experiments an.
Impressionen aus dem Labor des MAT4HY-Konsortiums
© MAT4HY.NRW

Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende. Damit Wasserstofftechnologien effizient und wirtschaftlich eingesetzt werden können, braucht es leistungsfähige Materialien und eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Anwendung. Hier setzt MAT4HY.NRWMaterials for Future Hydrogen Technologies – an. Das Konsortium besteht aus der Ruhr-Universität Bochum (RUB), der Universität Duisburg-Essen (UDE), dem Zentrum für Brennstoffzellentechnik (ZBT), der Westfälischen Hochschule (WH) und dem Institut für Umwelt & Energie, Technik & Analytik (IUTA), sowie den assoziierten Partnern Fraunhofer UMISCHT und den Unternehmen ProPuls, Direct Matter und HSW Materials. Ziel der Kooperationsplattform ist es, materialtechnische Potenziale für Wasserstofftechnologien zu erschließen und Forschung schneller in die Anwendung zu bringen. Hierfür arbeiten Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Nordrhein-Westfalen eng und vertrauensvoll zusammen.

Es geht bei der Plattform nicht vorrangig um wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern vor allem um deren Überführung in die Praxis. „Die besondere Stärke des Netzwerks liegt darin, wissenschaftliche Exzellenz und industrielle Anwendung konsequent zusammenzuführen“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Ulf-Peter Apfel (RUB). So können praxisrelevante Lösungen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette entwickelt, validiert und schneller in die Umsetzung gebracht werden.

Wie dieser Transfer gelingt? Für Prof. Apfel beginnt er bereits lange vor der eigentlichen Verwertung: „Durch die aktive Einbindung der Industrie werden relevante Fragestellungen gemeinsam identifiziert und Forschungsaktivitäten an realen Anwendungsbedarfen ausgerichtet. So können wissenschaftliche Erkenntnisse effizient in praxistaugliche Technologien überführt und gemeinsam bis zur industriellen Umsetzung weiterentwickelt werden.“

„Durch die aktive Einbindung der Industrie werden relevante Fragestellungen gemeinsam identifiziert und Forschungsaktivitäten an realen Anwendungsbedarfen ausgerichtet. So können wissenschaftliche Erkenntnisse effizient in praxistaugliche Technologien überführt und gemeinsam bis zur industriellen Umsetzung weiterentwickelt werden.“

Prof. Dr. Ulf-Peter Apfel, Projektleiter MAT4HY.NRW

Damit leistet MAT4HY.NRW auch einen Beitrag zur Stärkung des Innovations- und Wirtschaftsstandorts Nordrhein-Westfalen. Durch MAT4HY.NRW entsteht eine Plattform, „die Spitzenforschung mit industrieller Umsetzung verbindet und damit Innovationen gezielt in wirtschaftliche Wertschöpfung überführt. Das stärkt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der nordrhein-westfälischen Unternehmen, sondern schafft auch die Grundlage für neue Geschäftsmodelle, qualifizierte Arbeitsplätze und eine nachhaltige Transformation der Industrie im Land.“, betont Prof. Apfel.

Eine weitere zentrale Frage ist, wie ein Netzwerk mit zahlreichen wissenschaftlichen und externen Partnern dauerhaft erfolgreich zusammenarbeiten kann. Für Projektkoordinatorin Frau Dr. Wiebke Wiesner (RUB) ist ein guter und regelmäßiger Austausch entscheidend – sowohl auf wissenschaftlicher Ebene, etwa bei der Entwicklung gemeinsamer Projektanträge, als auch bei organisatorischen Fragen rund um die Teilnahme oder Durchführung von Veranstaltungen. Regelmäßige Treffen haben sich dabei besonders bewährt: digital, vor allem aber in Präsenz. Sie intensivieren den persönlichen Austausch, erleichtern den Wissenstransfer und stärken die Zusammenarbeit zwischen den Partnern.

Mitglieder des MAT4HY-Konsortiums bei einem internen Workshop zur Findung neuer Forschungsideen im H2PopUpLab Gelsenkirchen. Die Beteiligten stehen im Raum verteilt und unterhalten sich über Themen, welche durch verschiedene Plakate an den Wänden und am Boden vorgegeben sind. Sie ergänzen ihre Gedanken zu den Themen mittels Post-It-Zettel.
Mitglieder des MAT4HY-Konsortiums bei einem internen Workshop zur Findung neuer Forschungsideen im H2PopUpLab Gelsenkirchen.
© MAT4HY.NRW

Die Vernetzung reicht dabei über das eigentliche Konsortium hinaus. Mit den VernetzungsforenWasserstoff-Horizonte NRW“, die MAT4HY.NRW mehrfach gemeinsam mit dem H2Raum organisiert hat, werden Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Industrie und Politik zusammengebracht. Das Format bietet Raum, aktuelle Entwicklungen und Fragestellungen rund um Wasserstoff in Nordrhein-Westfale (und darüber hinaus) zu diskutieren, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsame Aktivitäten anzustoßen.

Begrüßung beim 4. Vernetzungstreffen „Wasserstoff-Horizonte NRW“, gemeinsam organisiert von MAT4HY.NRW und H2Raum
© MAT4HY.NRW

Panel-Diskussion u.A. mit Mahmut Özdemir (MdB) beim 4. Vernetzungstreffen „Wasserstoff-Horizonte NRW“, gemeinsam organisiert von MAT4HY.NRW und H2Raum
© MAT4HY.NRW

Das MAT4HY.NRW-Konsortium mit Mahmut Özdemir (MdB) beim 4. Vernetzungstreffen „Wasserstoff-Horizonte NRW“, gemeinsam organisiert von MAT4HY.NRW und H2Raum
© MAT4HY.NRW

Auch auf Konferenzen und Messen tritt das MAT4HY.NRW-Konsortium gemeinsam auf und macht seine Kompetenzen und Aktivitäten sichtbar. Ein Beispiel dafür ist der gemeinsame MAT4HY.NRW-Stand auf der Hydrogen Technology World EXPO in Hamburg, einer der größten Fachmessen für Wasserstofftechnologien weltweit. Solche Auftritte schaffen zusätzliche Möglichkeiten, Forschungsergebnisse vorzustellen, mit Unternehmen und weiteren Akteuren ins Gespräch zu kommen und neue Kooperationen anzubahnen.

Das Team von MAT4HY.NRW posiert auf der MCIC conference am 22.09.2025 in Bochum vor ihrem eigenen Stand.
Das Team von MAT4HY.NRW auf der MCIC Konferenz am 22.09.2025 in Bochum
© MAT4HY.NRW

Welche Impulse konnte MAT4HY.NRW darüber hinaus für langfristige Partnerschaften setzen? Insbesondere innerhalb des Konsortiums konnte die wissenschaftliche Zusammenarbeit deutlich vertieft werden. Daraus sind zahlreiche gemeinsame Projektanträge entstanden, von denen viele erfolgreich bewilligt wurden. Gleichzeitig wurde die Kooperation mit regionalen Unternehmen weiter ausgebaut und wichtige Kontakte für zukünftige gemeinsame Aktivitäten und Projekte etabliert. Aus Sicht von Prof. Apfel ist damit aus dem ursprünglichen Förderprojekt ein „lebendiges Netzwerk“ entstanden. Viele der aufgebauten Kontakte haben bereits zu neuen gemeinsamen Projekten geführt oder befinden sich in der Vorbereitung, „genau diese nachhaltigen Partnerschaften sind die Grundlage dafür, Innovationen auch künftig gemeinsam voranzutreiben“. Auch Frau Dr. Wiesner ist sich sicher, dass MAT4HY.NRW „einen wichtigen Beitrag leistet, bestehende Netzwerke nachhaltig zu stärken und neue Partnerschaften für die Zukunft zu entwickeln.“

Damit reicht die Wirkung von MAT4HY.NRW über die Laufzeit des einzelnen Förderprojekts hinaus. Die Verbindung von Wissenschaft, industrieller Anwendung und nachhaltiger Vernetzung schafft die Grundlage dafür, Innovationen auch künftig gemeinsam voranzutreiben. Das entstandene Netzwerk bietet dafür eine wichtige Basis: Forschungsergebnisse können schneller in die Anwendung gelangen, Unternehmen werden frühzeitig eingebunden und neue Kooperationen können aus bestehenden Kontakten entstehen.

MAT4HY.NRW zeigt damit, wie aus dem Zusammenspiel von Wissenschaft, Wirtschaft und persönlicher Vernetzung konkrete Perspektiven für die Wasserstofftechnologien der Zukunft entstehen können und wie gemeinsames Engagement dazu beiträgt, Nordrhein-Westfalen als starken Standort für Forschung, Innovation und industrielle Transformation weiterzuentwickeln.

Kontakt zum Projekt

Projektleiter Prof. Dr. Ulf-Peter Apfel
Ruhr-Universität Bochum & Fraunhofer UMSICHT
E-Mail: ulf.apfel@rub.de

Projektkoordinatorin Dr. Wiebke Wiesner
Ruhr-Universität Bochum
E-Mail: wiebke.wiesner@rub.de

Oder für allgemeine Fragen: info@mat4hy.de